Interview mit Obmann & Landesligacoach Thomas Kunc:
DK: Nach dem Vizemeistertitel 2014 und de
Thomas Kunc: Der Titel letztes Jahr war etwas ganz Besonderes, schließlich war ich auch schon als aktiver Spieler zweimal sehr nahe dran (Anm. Vizemeister 2012, Dritter 2013). Ich bin also in Summe über 15 Jahre meinem ersten Landesligatitel nachgelaufen und dementsprechend groß waren die Emotionen nach dem Sieg. Für die neue Saison kann das Ziel für die Mannschaft und mich nur Titelverteidigung lauten. Im Kader gab es keine großen Veränderungen und es wird sicher spannend in eine Saison zu gehen, in der man von Anfang an der Gejagte ist. Für uns ist das sicher eine neue Situation, auf die wir uns einstellen müssen. Ich möchte dieses Jahr aber auch unseren Fokus auf die individuelle Entwicklung meiner Spieler legen – da ist bei vielen noch Luft nach oben.
DK: Das Team muss sich heuer auf eine neue Liga, neue Mannschaften und einen neuen Modus in der Landesliga einstellen (Anm.: Die Landesliga wird heuer mit der 1.Klasse zusammengelegt). Wie ist die Stärke der Liga einzuschätzen und wer wird heuer um den Titel mitkämpfen?
Thomas Kunc: Eine wirklich schwere Frage. Durch den Wegfall des letztjährigen Vizemeisters (Anm. Deutsch-Wagram) wird die härteste Konkurrenz wohl unsere lieben Freunde aus Klosterneuburg sein. St. Pölten hat, so hört man, ebenfalls nachgerüstet und es wird auch die eine oder andere Nuss aus der 1. Klasse zu knacken geben. Wichtig wird sein, dass wir niemanden unterschätzen, aber trotzdem mit breiter Brust auftreten – schließlich sind wir der amtierende Meister. Wenn wir unsere Stärke abrufen und in jedem Training hart an uns arbeiten, bin ich aber überzeugt davon, dass der Weg zum diesjährigen Titel wohl wieder über uns führen muss.
DK: Welche Änderungen gibt es im Kader der Devils?
Thomas Kunc: Mit Igor Ivkic haben wir einen wichtigen Faktor vor allem für das Training verloren. Man sieht es nicht gleich an den Minuten, die er letzte Saison für uns gespielt hat, aber mit seiner Anwesenheit im Training und seiner Art auf und abseits des Felds, war er für uns ein wichtiger Motivator. Dafür konnten wir mit David Kern und Urzeitdevil Christoph Oedendorfer zwei Spieler unter dem Korb dazugewinnen. Das gibt mir die Möglichkeit, Spieler wie Raphael Krumböck, Diedo Ladstätter und Christian Kornfeld auf die Flügel zu rotieren – alle drei brave Hackler unter dem Korb, aber vom Spieltyp eher oben anzusiedeln. Schließlich hat auch noch mein kleiner Bruder den Weg zurück zu den Devils gefunden und wird uns am Flügel verstärken. Man sieht gerade auf den Positionen 2 und 3 wird es dieses Jahr ein richtiges Luxusproblem für mich geben, welche Spieler ich einsetzen soll. Nicht, dass ich mich darüber beschweren möchte.
DK: In einem Interview im Jahr 2004 sprichst du, nach den Zielen des Vereins gefragt, davon, den Verein zu einem Traditionsverein in NÖ wie St. Pölten und Klosterneuburg zu machen, Strukturen zu verbessern und die Zusammenarbeit im Vorstand zu intensivieren. In über 10 Jahren ist sicherlich einiges passiert: Wie schaut es nun mit den mittel- und langfristigen Zielen der Blue Devils aus?
Thomas Kunc: Einiges ist doch passiert. Das meiste nicht so schnell, wie ich es mir erhofft hatte, aber wir setzen die richtigen Schritte in die richtige Richtung. Unser Jugendbereich ist in den letzten 2, 3 Jahren stetig gewachsen, was für mich besonders erfreulich ist. Mittelfristig gilt es jetzt die Arbeit im Sponsorenbereich zu verbessern, um hier verlässliche Partner für das große Ziel Bundesliga aufzustellen. Langfristig hat sich da für mich nichts geändert: Neustadt soll ein Traditionsverein werden, der mit guter Jugendarbeit und Eigenbauspielern auch in einer A-Bundesliga um Titel mitspielt. Wie lange das noch dauern wird? Ich weiß es nicht – aber es ist auf jeden Fall ein, wenn nicht das langfristige Ziel.
DK: Seit letztem Jahr findet das Basketball@Schools Projekt bereits in 5 Volksschulen statt. Heuer kommen mit der neugeschaffenen U8 und den Herren 2 noch 2 neue Mannschaften dazu. Was kannst du über die neuen Teams sagen?
Thomas Kunc: Ich bin sehr froh, dass wir mit David Kopper und Christoph Oedendorfer zwei Jungväter als Trainer gefunden haben, die tief im Verein verwurzelt sind. Mit den beiden wird die Begeisterung für diesen Sport unseren jüngsten Devils wohl problemlos weitergegeben werden können – schließlich sind beide schon sehr lange in dem Verein und die Leidenschaft der beiden scheint ungebrochen. Mir ist dieses Team auch extrem wichtig, da wir hier wirklich früh Spieler zu den Devils holen. Natürlich werden wir hier noch eher weniger basketballspezifisch arbeiten, aber die Freude am Ballsport und an der Bewegung soll im Mittelpunkt stehen.
Auch mit der Lösung , eine Herren 2 Mannschaft zu gründen und hier eine Schnittstelle zwischen Legends und Landesliga zu schaffen, bin ich zufrieden. Den Weg dieser Mannschaft werden wir in den nächsten Wochen noch genau skizzieren müssen, aber es war mir wichtig, eine Möglichkeit für Spieler zu schaffen, die mehr wollen als einmal pro Woche zocken, aber vielleicht noch nicht bereit sind für einen Platz in der Kampfmannschaft. Zusätzlich kann ich hier Spielern aus der Landesliga die Möglichkeit geben Spielpraxis zu sammeln.
DK: Das Jahr 2016 wird für die Devils ein besonderes, denn der Verein wird bereits 20 Jahre alt! Kannst du uns schon verraten, ob für diesen Anlass etwas Spezielles geplant ist?
Thomas Kunc: Philip Zachar und ich sind gerade an der Planung, wie wir am besten die letzten 20 Jahre Revue passieren lassen. Die ersten Ideen gibt es schon, zu viel möchte ich aber noch nicht verraten. Es wird auf jeden Fall darauf abzielen, auch neuen Mitgliedern und Fans unsere 20jährige Geschichte näherzubringen.
Vielen Dank für das Interview!
Thomas Kunc & Daniel Kwasny 29.09.2015